Ein Check-in ist kein Endpunkt. Er gibt dir eine Momentaufnahme: So fühlt sich dieser Tag an, das beschäftigt mich, und das könnte mir als Nächstes helfen. Danach kannst du MomMirror schliessen – oder die Erkenntnis mit wenigen gezielten Funktionen weiterverwenden. Du musst nicht alles an jedem Tag nutzen.

Zuerst: den wichtigsten Satz behalten

Lies deine Zusammenfassung einmal langsam. Suche nicht nach einer perfekten Interpretation, sondern nach dem Satz, der deinen Zustand am klarsten trifft. Vielleicht ist es „Ich bin erschöpft, weil ich seit Tagen zu viel allein trage“ oder „Ich bin nervös, aber der Termin ist vorbereitet“. Dieser Satz ist dein Ausgangspunkt für den Rest des Tages.

Wann der Reflexionschat sinnvoll ist

Nutze den Reflexionschat, wenn eine Antwort offen geblieben ist oder ein Gedanke im Kreis läuft. Starte mit einer konkreten Frage: „Was ist an diesem Termin tatsächlich unsicher?“ oder „Welche Aufgabe kann heute warten?“ So bleibt das Gespräch greifbar. Du brauchst keinen langen Bericht zu schreiben.

Der Chat kann dir beim Sortieren, Umformulieren und Vorbereiten eines Gesprächs helfen. Er beurteilt keine medizinischen Symptome und ersetzt keine professionelle Diagnose. Wenn eine körperliche Veränderung oder starke psychische Belastung dich beunruhigt, sprich mit einer geeigneten Fachperson.

Aus der Einsicht einen Tagesplan machen

Wähle höchstens eine Aktion, die deinen heutigen Zustand berücksichtigt. An einem guten Tag kann das ein Spaziergang oder ein Telefonat sein. An einem schweren Tag kann „etwas essen und danach zehn Minuten liegen“ genug sein. Ein hilfreicher Plan ist konkret, klein und zeitlich realistisch.

  • Zu gross: „Ab jetzt besser auf mich achten.“
  • Konkreter: „Um 15 Uhr stelle ich Wasser und einen Snack bereit.“
  • Zu unklar: „Weniger Angst haben.“
  • Konkreter: „Ich notiere zwei Fragen für meine Hebamme.“

Was der Journey-Garten zeigt

Wenn du den Journey-Garten nutzt, wird aus regelmässigen Check-ins eine sichtbare Spur. Die Blumen stehen nicht für gute oder schlechte Leistung. Sie erinnern dich daran, dass du an verschiedenen Tagen hingeschaut hast. Ein anstrengender Eintrag ist deshalb nicht weniger wert als ein leichter.

Nutze den Garten als sanften Einstieg in die Rückschau: Wähle einen Tag, an den du dich kaum erinnerst, und lies nur den zugehörigen Eintrag. Frage dich, was damals geholfen hat und ob etwas davon heute wieder passt.

Den Wochenrückblick lesen

Sobald genügend Einträge vorhanden sind, kann der Wochenrückblick wiederkehrende Themen sichtbar machen. Betrachte sie als Hinweise aus deinen eigenen Angaben, nicht als objektive Messung deiner psychischen Gesundheit. Achte vor allem auf Veränderungen und Zusammenhänge.

  1. Was hat in dieser Woche wiederholt Kraft gekostet?
  2. Was hat mehrmals Entlastung gebracht?
  3. Welche Frage möchtest du in die nächste Woche mitnehmen?

Teile einen Rückblick nur, wenn du das möchtest. Für ein Gespräch mit Hebamme, Ärztin, Arzt oder Therapeutin kannst du einzelne Beobachtungen oder – wenn die Funktion für dich verfügbar ist – einen Bericht exportieren. Prüfe vorher, welche privaten Angaben enthalten sind.

Eine einfache Sieben-Tage-Routine

Mache täglich einen kurzen Check-in. Wähle danach nur dann eine Aktion, wenn sie dir wirklich hilft. Öffne den Reflexionschat bei einer konkreten offenen Frage. Am Ende der Woche liest du den Rückblick und notierst eine Sache, die du beibehalten möchtest. Mehr ist für den Anfang nicht nötig.

Wann MomMirror nicht ausreicht

Selbstreflexion kann Orientierung geben, aber keine akute Hilfe ersetzen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden, Gedanken an Selbstverletzung oder unmittelbarer Gefahr wende dich an den örtlichen Notruf, einen Krisendienst oder eine medizinische Fachperson. Informationen zur Datenverarbeitung findest du in der Datenschutzerklärung.