Du musst dich für einen MomMirror-Check-in weder besonders ruhig fühlen noch schon wissen, was mit dir los ist. Der Check-in ist gerade für die Tage gedacht, an denen sich Müdigkeit, Sorge, Gereiztheit und Vorfreude vermischen. In etwa drei Minuten hältst du fest, was im Moment da ist, und gehst mit einem überschaubaren nächsten Schritt weiter.

Was du vor dem ersten Check-in brauchst

Öffne MomMirror in einem Moment, in dem du für wenige Minuten nicht reagieren musst. Das kann morgens im Bett, nach dem Mittagessen oder abends auf dem Sofa sein. Ein stiller Raum ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Entscheidend ist nur, dass du deine Antworten nicht für jemand anderen formulierst.

Wähle in der App deine Sprache und starte den täglichen Check-in. Du kannst knapp antworten. Ein Wort wie „angespannt“, „leer“ oder „eigentlich okay“ ist genauso brauchbar wie ein längerer Satz. MomMirror ist kein Test, den du bestehen musst.

Schritt 1: Deinen Zustand wahrnehmen

Zu Beginn schaust du auf Signale wie Stimmung, Schlaf, Energie oder körperliches Wohlbefinden. Nimm den ersten ehrlichen Eindruck. Wenn du zwischen zwei Antworten schwankst, wähle die, die den grösseren Teil des Tages beschreibt. Du kannst die Nuance später im Gespräch ergänzen.

Schritt 2: Den Kontext benennen

Danach hilft dir die geführte Reflexion, das Gefühl in einen Zusammenhang zu stellen. Vielleicht war die Nacht kurz, ein Termin belastet dich oder du hast dich in einem Gespräch allein gefühlt. Beschreibe eine konkrete Situation statt dein ganzes Leben zu erklären. „Seit dem Anruf heute Morgen bin ich unruhig“ liefert dir mehr Orientierung als „Alles ist schlimm“.

Schritt 3: Gedanken etwas beweglicher machen

MomMirror nutzt Fragen, die an kognitiver Verhaltenstherapie orientiert sind. Dabei geht es nicht darum, einen schwierigen Gedanken schönzureden. Prüfe stattdessen: Was weiss ich sicher? Was vermute ich? Was würde ich einer Freundin in derselben Lage sagen? Eine hilfreiche Antwort darf zugleich freundlich und realistisch sein.

Schritt 4: Einen kleinen nächsten Schritt wählen

Am Ende soll kein grosser Vorsatz stehen. Wähle etwas, das in deinen heutigen Tag passt: ein Glas Wasser, fünf Minuten an der frischen Luft, eine Nachricht an eine vertraute Person oder eine konkrete Frage für den nächsten Termin. Je kleiner und klarer der Schritt, desto eher hilft er dir wirklich.

Was nach dem Check-in passiert

Deine Antworten fliessen in persönliche Einsichten und – je nach genutzten Funktionen – in deinen Tagesplan, Wochenrückblick oder Journey-Garten ein. Einzelne Einträge sind keine Diagnose. Interessant werden sie, wenn du nach mehreren Tagen Muster erkennst: Welche Situationen kosten Kraft? Was stabilisiert dich? Wann wäre zusätzliche Unterstützung sinnvoll?

Wenn du keine Worte findest

  • Beginne mit einem Körpersignal: „Meine Schultern sind hart“ oder „Mein Atem ist flach“.
  • Nenne nur die letzte konkrete Situation, die hängen geblieben ist.
  • Schreibe „Ich weiss es gerade nicht“ und beobachte, welcher Gedanke danach auftaucht.
  • Beende den Check-in, wenn er sich heute nicht hilfreich anfühlt. Du kannst später zurückkommen.

Ein realistischer Rhythmus

Ein Check-in pro Tag reicht. Wähle zunächst sieben Tage lang ungefähr dieselbe Tageszeit. Dadurch wird die Hürde kleiner, und du kannst die Einträge besser vergleichen. Hast du einen Tag ausgelassen, setzt du am nächsten Tag normal fort. MomMirror arbeitet mit deinem Alltag, nicht mit einer lückenlosen Serie.

Wichtig bei akuter Belastung

MomMirror unterstützt Selbstreflexion, ersetzt aber keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei starken Beschwerden, Gedanken an Selbstverletzung oder einer unmittelbaren Gefahr wende dich an den örtlichen Notruf, einen Krisendienst oder eine medizinische Fachperson. Hinweise zum Umgang mit deinen Daten findest du in der Datenschutzerklärung.