Es ist 3 Uhr morgens. Dein Baby schläft endlich, aber du liegst wach, das Herz rast, während deine Gedanken im Kreis drehen: Atmet sie noch? Mache ich alles richtig? Was, wenn etwas passiert? Postpartale Angst ist keine Seltenheit – sie betrifft unzählige Mütter mit übermäßigen Sorgen, innerer Unruhe und manchmal Panikattacken. Doch es gibt Hoffnung: Evidenzbasierte Hausmittel können dir helfen, wieder Boden unter den Füßen zu finden.
Was ist postpartale Angst – und warum betrifft sie so viele?
Postpartale Angst zeigt sich oft durch ständige Sorgen um dein Baby, Schlafprobleme (selbst wenn das Baby schläft), Herzrasen, Atemnot oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Anders als der "Baby Blues", der nach wenigen Tagen verschwindet, hält postpartale Angst länger an und beeinträchtigt deinen Alltag spürbar.

Die gute Nachricht: Du bist nicht allein, und du bist nicht schwach. Hormonelle Veränderungen, Schlafmangel und die immense Verantwortung für ein neues Leben sind reale Herausforderungen. Und es gibt konkrete, natürliche Strategien, die nachweislich helfen können.
Evidenzbasierte Hausmittel: Was wirklich funktioniert
1. Schlaf – deine wichtigste Medizin
Schlafmangel verstärkt Angst massiv. Auch wenn durchschlafen unrealistisch ist, können kurze Schlafphasen helfen:
- Schlafe, wenn dein Baby schläft – auch tagsüber, selbst nur 20 Minuten
- Teilt euch Nachtschichten auf mit deinem Partner oder bitte Familie um Unterstützung
- Schaffe eine Schlaf-Oase: Abdunkeln, kühle Raumtemperatur, beruhigende Düfte wie Lavendel
2. Atemtechniken – sofortige Beruhigung für dein Nervensystem
Bewusste Atmung aktiviert deinen Vagusnerv und signalisiert deinem Körper Sicherheit. Probiere die 4-7-8-Methode:
- Atme durch die Nase ein und zähle bis 4
- Halte den Atem für 7 Sekunden
- Atme durch den Mund aus und zähle bis 8
- Wiederhole 3-4 Zyklen, besonders bei akuter Angst

3. Erdung – zurück ins Hier und Jetzt
Angst lebt in der Zukunft. Erdungstechniken holen dich in den gegenwärtigen Moment:
- 5-4-3-2-1-Methode: Benenne 5 Dinge, die du siehst, 4 die du fühlst, 3 die du hörst, 2 die du riechst, 1 das du schmeckst
- Barfuss gehen auf Gras, Sand oder Holzboden
- Kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen
4. Bewegung – sanft aber wirkungsvoll
Bewegung baut Stresshormone ab und fördert Endorphine. Du brauchst kein Fitnessstudio:
- Spaziergänge mit dem Kinderwagen – frische Luft und Tageslicht regulieren deinen Rhythmus
- Sanftes Yoga oder Stretching für 10 Minuten täglich
- Tanzen in der Küche mit deinem Baby im Arm

5. Ernährung – stabile Blutzucker, stabile Stimmung
Blutzuckerschwankungen können Angst verstärken. Setze auf:
- Proteinreiche Mahlzeiten (Eier, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fisch)
- Komplexe Kohlenhydrate (Haferflocken, Vollkornbrot, Quinoa)
- Omega-3-Fettsäuren (Lachs, Leinsamen, Walnüsse)
- Magnesiumreiche Lebensmittel (Spinat, Bananen, dunkle Schokolade)
6. Soziale Verbindung – du brauchst dein Dorf
Isolation verstärkt Angst. Suche Kontakt, auch wenn es schwerfällt:
- Rückbildungskurse oder Mutter-Kind-Gruppen
- Regelmäßige Telefonate mit vertrauten Menschen
- Online-Communities für Mütter (aber dosiert – Social Media kann auch stressen)
Was du mit Vorsicht genießen solltest
Nicht alle "natürlichen" Mittel sind automatisch sicher oder wirksam:

Ätherische Öle
Lavendelöl kann angstlösend wirken – Studien zeigen, dass 80mg täglich (als Kapsel) antidepressive und sedierende Effekte haben. Aber: Auch Naturheilmittel können Neben- und Wechselwirkungen haben, besonders beim Stillen. Sprich vorher mit deiner Ärztin oder Heilpraktikerin.
Kräutertees und Nahrungsergänzungsmittel
Kamille, Passionsblume oder Baldrian werden oft empfohlen, aber:
- Nicht alle sind in Stillzeit unbedenklich
- Qualität und Dosierung variieren stark
- Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich
Grundregel: Besprich jedes Supplement mit medizinischem Fachpersonal, besonders wenn du stillst oder Medikamente nimmst.
Alkohol als "Entspannungshilfe"
Auch wenn ein Glas Wein verlockend klingt: Alkohol verschlechtert Schlafqualität, verstärkt Angst langfristig und ist beim Stillen problematisch. Es gibt bessere Wege.
Dein täglicher Anti-Angst-Plan: Einfach umsetzbar
Hier ist ein realistischer Tagesablauf, der die evidenzbasierten Strategien integriert:
- Morgens: 5 Minuten Atemübung nach dem Aufwachen + proteinreiches Frühstück (Haferflocken mit Nüssen und Banane)
- Vormittags: 20-30 Minuten Spaziergang mit Baby, barfuss im Gras wenn möglich
- Mittags: Ausgewogene Mahlzeit (Lachs mit Quinoa und Gemüse) + kurzes Powernap (auch nur 15 Minuten!)
- Nachmittags: Erdungsübung bei Angstgefühlen + gesunder Snack (Apfel mit Mandelbutter)
- Abends: Sanftes Stretching oder Yoga + warmes Bad mit Lavendel (äußerlich) + früh ins Bett

Wann Hausmittel nicht ausreichen – und das ist okay
Hausmittel sind wertvolle Werkzeuge, aber kein Ersatz für professionelle Hilfe bei schwerer postpartaler Angst. Suche ärztliche oder therapeutische Unterstützung, wenn:
- Angst deinen Alltag stark einschränkt
- Du Panikattacken hast
- Du Gedanken hast, dir oder deinem Baby zu schaden
- Hausmittel nach 2-3 Wochen keine Besserung bringen
Therapie und gegebenenfalls Medikation sind keine Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und Selbstfürsorge.
Deine tägliche Unterstützung: Der Daily Calm Stack
Für Mütter, die eine strukturierte, evidenzbasierte Routine suchen, bietet der Daily Calm Stack tägliche Übungen, Atemtechniken und Erdungsrituale – speziell für postpartale Angst entwickelt. Er kombiniert die hier beschriebenen Strategien in einem einfachen, 10-Minuten-Format.
Probiere den Daily Calm Stack und erlebe, wie kleine, konsequente Schritte große Veränderungen bewirken können. Du verdienst Ruhe und Unterstützung – jeden einzelnen Tag.
Postpartale Angst ist real, aber du musst sie nicht allein durchstehen. Mit den richtigen Werkzeugen, Geduld mit dir selbst und der Bereitschaft, Hilfe anzunehmen, kannst du wieder zu mehr Gelassenheit finden. Du machst das großartig – auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.
Quellen & Recherche
Zusammenfassung der Recherche
Für Mütter mit postpartaler Angst gibt es einige evidenzgestützte Hausmittel wie Schlaf, Bewegung, Atmung und Erdung, die helfen können. Allerdings sollten bestimmte Mittel wie ätherische Öle oder Nahrungsergänzungen vorsichtig und nach Rücksprache mit Fachkräften eingesetzt werden.
Verwendete Quellen
- Naturheilmittel bei Angststörungen (Abgerufen am 2025-11-04)
- Wie man mit postpartaler Angst umgeht: Praktische Tipps für frischgebackene Mütter (Abgerufen am 2025-11-04)
- Deutsche Angst-Hilfe e.V. Naturheilmittel bei Angststörungen (Abgerufen am 2025-11-04)
- Den Seelenschmerz zügig behandeln | PZ (Abgerufen am 2025-11-04)
- Wie man mit postpartaler Angst umgeht: Praktische Tipps ... (Abgerufen am 2025-11-04)
- Angststörung nach der Geburt: „Ich kann nicht ins ... (Abgerufen am 2025-11-04)
- Symptome und langfristige Folgen | PZ (Abgerufen am 2025-11-04)
- Depressionen nach der Geburt – was kann helfen? (Abgerufen am 2025-11-04)
- Depression, Angst- und Zwangs- störung rund um die Geburt (Abgerufen am 2025-11-04)
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